Untaugliche Vorbilder

Neben dem Schöneberger „Südgelände“ gilt für die Machbarkeitsstudie der „Park am Gleisdreieck“ zwischen Kreuzberg und Schöneberg als Vorbild. Nur wer sich an heißen Sommertagen hier am Gleisdreieck „tummelt“, weiß um die Übernutzung städtischer Freizeitflächen.

Der neu entstehende Westkreuzpark sollte aber nicht als „Eventterrain“ einer jungurbanen Freizeitgesellschaft »missbraucht« werden; meiner Meinung nach muss die Natur hier die Struktur vorgeben. Dabei sollen aber selbstverständlich auch Elemente einer zeitgemäßen sportlichen und Freizeitgestaltung in die weitgehend naturbelassene Umgebung einbezogen werden. Sie sollen lediglich nicht das Gesamtbild dominieren und die Natur übergebühr unterordnen.

Auch Elemente des „Park am Nordbahnhof“ sollen – so die Vorstellung von Fugmann/Janotta – eingebracht werden. Eine Durchwegung des städtischen Flaneurs – mittels Fahrrad oder per pedes – mit Zugang über eine Rampe an der Holtzendorffstraße hin zum S-Bahnhof Westkreuz ist geplant.
 ABER:  Braucht Bürger/Bürgerin diese Wegeführung überhaupt? Wo doch nicht weit davon entfernt, von der Rönnestraße aus, eine pitoreske Wegeführung durch die Kleingärten jetzt schon kurz vor der Realisierung steht? Hier können Gelder gespart werden; nicht nur einmalig zur Errichtung, sondern dauerhaft bei den Unterhaltskosten.
Müllentsorgung kostet Geld

Bahnhof Westkreuz als Stadttor zu drei neuen Wohnquartieren

Genau das sieht der Siegerentwurf des AIV Wettbewerbs vor. Gemeint ist damit die Immobilienentwicklung des ehemaligen Güterbahnhofes Grunewald, der sog. AVUS-Kurve bis schließlich entlang der »Linse« in Richtung Bahnhof Charlottenburg. Drei städtebauliche Bänder sollen sich vom Grunewald in die Stadt ziehen, mit – so die Idee des „Schinkelpreisgewinners“ – dem neuen Regional- und S-Bahnhof Westkreuz als Ausgangs- und Mittelpunkt. Mit der massiven Bebauung sollen u.a. die Ingenieurskosten für die Verlegung der Fernbahntrasse an die S-Bahntrasse, als auch die Bündelung der Verkehre am neuen „Westkreuz“ kompensiert werden. Die Nutzung der dann ehemaligen Fernbahngleise als Verbinder zwischen Charlottenburg und Grunewald, hat durchaus Charme, ist aber weder von der Deutschen Bahn AG gewollt, noch als machbar eingestuft worden, um es als Utopie in das nächste Jahrhundert verfrachten zu können.

Mai 1, 2017

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