Tag des offenen Denkmals 2020-nur noch digital

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Denkmalfreunde,

zu unserer großen Freude haben sich schon sehr viele von Ihnen für den Tag des offenen Denkmals 2020 angemeldet.

Einige wenige schickten bedauernde Absagen für dieses Jahr, andere waren noch unschlüssig und fragten sich (und uns), ob denn der Tag des offenen Denkmals im Angesicht der Corona-Krise im September überhaupt stattfinden könne. Da dieses Thema sicher für alle von großem Interesse ist, möchten wir Ihnen heute dazu einige Informationen geben.   Wie und ob Veranstaltungen im September diesen Jahres durchgeführt werden dürfen, wissen wir noch nicht. Großveranstaltungen sind vermutlich auch im Herbst noch nicht möglich. Der Tag des offenen Denkmals zieht zwar allein in Berlin mehrere 10.000 Besucher an – er ist aber eine ausgeprägt dezentrale Veranstaltung, die Besucherzahlen verteilen sich auf zwei Tage und auf über 300 Orte. Außerdem finden viele Veranstaltungen im Freien statt, in großen Kirchenräumen oder Veranstaltungssälen. Nur in sehr wenigen der geöffneten Denkmale kommen pro Tag mehrere Tausend Besucher zusammen.    Klar ist, dass wir auf die besondere Situation mit unseren Angeboten reagieren müssen und uns frühzeitig überlegen sollten, was in diesem Jahr möglich ist.    Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat mitgeteilt, dass sie den Tag des offenen Denkmals 2020 digital stattfinden lassen will, also im Internet. Auch Berliner Veranstalter sollten in Betrachtung ziehen, ihre Denkmale z.B. über Filme vorzustellen, wenn der Ort keine andere Wahl lässt und/oder dem Veranstalter sonst das Risiko zu hoch erscheint. Auch wir denken schon darüber nach, was wir Ihnen dann als Plattform zusätzlich in diesem Jahr anbieten können.   Gleichzeitig hoffen wir, dass es trotzdem möglich sein wird, auch – wie gewohnt und geliebt – ein Programm in den Denkmalen selbst anzubieten.   Das oberste Gebot heißt dann Abstand halten. Vielerorts gibt es gute Möglichkeiten, diese und weitere empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Unten angehängt finden Sie erste organisatorische Vorschläge, was von Veranstalterseite aus alles für einen sicheren Tag des offenen Denkmals getan werden kann. Wenn Sie selbst weitere Tipps haben, lassen Sie es uns bitte wissen, wir geben sie gerne weiter.     Sie können sich darauf verlassen, dass wir im Landesdenkmalamt Berlin die Entwicklung der Lage genau verfolgen und Sie und die Öffentlichkeit kontinuierlich über eventuelle Konsequenzen für den Tag des offenen Denkmals informieren werden – sollte sich die Corona-Lage zum Beispiel im August / September wieder verschärfen. Auch im Programmheft wird es eine Corona-Information geben. Auf der Internetseite zum Tag des offenen Denkmals wird diese ständig aktualisiert. So werden z.B. die Besucherinnen und Besucher aufgefordert, die im September gültigen Sicherheits- und Hygiene-Maßnahmen zu befolgen, etwa mindestens 1,5m Abstand voneinander zu halten und Mund-Nase-Masken zu tragen. Wir richten uns den ganzen Sommer über auf vermehrte Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Medien ein. Die Hotline wird bei Bedarf um zwei Tage verlängert und schon ab Donnerstag (10.09.2020) die Arbeit aufnehmen, um die möglicherweise zahlreichen Anfragen zu beantworten.   Schweren Herzens verzichten wir in diesem Jahr auf die traditionelle Abschlussveranstaltung am Sonntag Abend im Berliner Rathaus. Eine kommunikationsintensive Veranstaltung im Saal, wo immer viele Menschen miteinander den Austausch suchen, scheint uns nicht angebracht zu sein.   Wir würden uns aber sehr freuen, wenn wir in Berlin einen wirklichen Tag des OFFENEN Denkmals begehen könnten, mit dem sinnlichen Erleben realer Denkmale und der Begegnung mit realen Denkmal-Eigentümern und -Enthusiasten.   Keine Frage – das wird kein normaler Tag des offenen Denkmals. Wir müssen neue Wege gehen, manches wird nicht so möglich sein, wie wir es uns wünschen. Aber wir können sicher sein, dass alle Besucherinnen und Besucher auf die diesjährigen Einschränkungen mit Geduld und Verständnis reagieren werden und froh sind, dass der Tag des offenen Denkmals überhaupt stattfindet.
In diesem Sinne: Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies bei uns bis zum 11. Mai (Aufnahmeschluss Programmheft) tun:    https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/veranstaltungen/tag-des-offenen-denkmals/2020/anmeldung/  (ohne Passwort, ohne Teilnehmernummer), …   …. für das Internetprogramm auch noch später. 

Trotz Home-Office sind das Landesdenkmalamt Berlin und die Redaktionsgruppe quadrinom gerne für Sie da und helfen bei den Planungen.

Mit freundlichen Grüßen Christine Wolf   Organisatorische Tipps für Veranstalter:   Geben Sie ggf. eine kurze Einführung zu den Verhaltens- und Sicherheitsregeln Ihres Denkmals bevor Sie beispielsweise mit der Führung beginnen.   Weisen Sie am Eingang oder einer anderen gut sichtbaren Stelle darauf hin. Nutzen Sie dazu große Hinweisschilder mit Sprache und Bild, sodass alle Menschen die Anweisungen verstehen können.    Nutzen Sie Markierungen, Flatterleinen oder Stühle/Tische zur Absperrung oder als Abstandshalter.   Definieren Sie eine maximale Zahl von zeitgleichen Besuchern und überlegen Sie ein Einlassmanagement.    Schon bei der Anmeldung können Sie überlegen, ob Sie die Möglichkeit haben, z.B. die Öffnungszeiten zu erweitern, damit sich die Besucher über einen größeren Zeitraum verteilen.   Wer personelle Unterstützung hat, kann vorsehen, Besuchergruppen in mehrere kleinere Gruppen aufzuteilen.
Nach Möglichkeit konzentrieren Sie Ihre Führung auf große Räume (z.B. das Kirchenschiff), wo sich die Besucher mit größerem Abstand voneinander –  und Ihnen ! – aufhalten können. Dorthin, wo es enger wird, können Sie die Besucher vielleicht einzeln / paarweise gehen lassen, nachdem Sie vorher erläutert haben, was es dort zu sehen gibt. Hilfreich wären dann im Vorfeld Ausschilderungen des Weges und Absperrungen mit Flatterleine.   Bereiche, die auf diese Weise nicht begangen werden können, lassen sich vielleicht mit Fotos (großformatige Kopien) erläutern, die Sie hochhalten oder aushängen.
Wenn es mehrere „Wege“ oder Treppenhäuser in Ihrem Denkmal gibt, nutzen Sie diese, damit sich Besucher weniger begegnen.
Wenn möglich, verlegen Sie Denkmal-Führungen stärker als sonst auf die Außenbereiche. Auch dort kann man vieles zur Baugeschichte erläutern und vielleicht auch mehr als sonst das Umfeld des Denkmals betrachten (Wie sieht eigentlich die Fassade aus?  Welche Geschichtsspuren der Geschichte kann man am Denkmal ablesen?  Welche Materialien wurden verbaut?  Wie verhält sich das Denkmal zu seiner Umgebung? Was ist mit dem Freiraum / Garten?).   Sind die Nachbarn tolerant und das Wetter passend, können Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und Vorträge vielleicht einmal unter freiem Himmel stattfinden.   Lüften Sie geschlossene Räume.    

Mai 2, 2020

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