Was ist uns der WestkreuzPark wert?

Kritische Betrachtungen zum internationalen Tag der Umwelt am 5.6.2017 (Pfingstmontag)
Dieses Jahr unter dem Motto:“Umwelt macht natürlich glücklich
Hierzu der Hinweis auf das Umweltfestival am 11.Juni Brandenburger Tor (von 11 bis 19 Uhr).

Money makes the world go around...Dennoch, nichts ist in dieser Welt umsonst – auch nicht die Natur. Von daher sind die Fragen berechtigt:
Was ist das Naturkapital Deutschland?
Was bezahle ich für das Glücklichsein ?

Abgesehen von der sozialen, psychischen  Bedeutung fragt sich die Umweltökonomie von heute:
Ist der Wert auch messbar und wenn ja, wie?

Von dem Wert der Natur ausgehend „wird versucht, die Leistungen der Natur für den Menschen in Relation mit deren Nutzung oder auch Schädigung zu setzen. Also auszurechnen, was es zum Beispiel kostet, wenn Moore trockengelegt werden, um Biogasanlagen zu errichten.

Aber auch dieser Ansatz Natur oder genauer den Naturverlust zu berechnen, ist nicht unbestritten:

„Was im Naturschutzbereich und in der Biodiversitätspolitik passiert, ist die Ökonomisierung der Natur zu einer Antwort auf den Schwund der Artenvielfalt zu machen. Wir fangen an, statt das Wirtschaftssystem umgestalten, damit wir in den planetarischen Grenzen bleiben, letztlich die Wirtschaft zur Antwort zu machen.
Ich denke, wir haben andere Mittel und Methoden: Wenn wir etwas als schützenswert betrachten, warum schützen wir es dann nicht? Da braucht es den politischen Willen und das Engagement von uns allen! Funktionen, wie Rekreation und Spiritualität, die wir mit der Natur verbinden, sind nicht errechenbar und nicht ökonomisierbar.“

Daher stellt sich die Frage, wieviel ist uns der WestkreuzPark an Investitionsmitteln wert und wieviel Wertverlust kann die Stadt und ihre Bürger*innen ertragen, sollten die Kleingärten verschwinden und die Naturbrache als Biotop ebenfalls? Ersetzen die Investitionen in den Park den Wert, der sowieso bereits vorhanden ist und dann verloren geht.Sollte man die Aufwendungen sich dann lieber ersparen und an anderer Stelle besser einsetzen?

Bereits die Idee der kurzfristigen Umsetzung einer Durchwegung der Kolonie zum S-Bahnhof Westkreuz könnte zu irreparablen Schäden führen und die Planungen scheinen bereits herangereift zu sein und werden möglicherweise bereits 2018 umgesetzt werden.

Das gilt auch wenn der ehemalige Rangierbahnhof nicht bebaut wird, sondern nach den Vorbildern des Parks am Nordbahnhof, des Parks am Gleisdreieck oder des NaturParks Schöneberger Südgelände als Mixtur entwickelt wird.

Juni 4, 2017

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  • In unserer Zeit des allherrschenden Neoliberalismus kann man den ökonomischen Wert von jedem und allem berechnen. Man hätte z.B. auch berechnen können, welche Personalkosten im Umweltamt bei der unterlassenen Hilfeleistung gegen die Teilzerstörung der Kleingärten Oeynhausen durch einen Investor entstanden sind, wenn über die Verwendung der Arbeitszeit Statistiken geführt würden. Aus diesem Grund kann man auch nur in beschränktem Maße angeben, welche Unkosten den Steuerzahlern entstanden sind, um den im Vergleich zu dieser Zerstörung ziemlich lächerlichen Beitrag des „Ökokiezes“ am Klausenerplatz zum Klimaschutz zu ermöglichen.
    Was man aber auf alle Fälle kann, ist, anzugeben, wer beides überhaupt erst politisch ermöglicht hat: SPD und Grünpartei, die zwei führenden neoliberalen Parteien im Bezirk.

    Und wenn man eine Ahnung davon haben will, welche Art von „Werten“ diesen beiden Parteien im Hinblick auf einen eventuellen Westkreuzpark wichtig sind, braucht sich nur einmal die „Optimalvariante“ 4 (*) aus dem Gutachten von Fugman-Janotta anzusehen (https://westkreuzpark.de/kleingartenflaeche-gerettet-kleingaertner-auch-fragezeichen/ ) – ein Gutachten, das im Auftrag (und daher sicher auch in Absprache) mit dem Umweltamt entstanden ist – einem Umweltamt, das einem Grünpolitiker untersteht, der am 19.1.2017 in Beantwortung einer Großen Anfrage sagte: „In dieser Situation hält es das Bezirksamt für dringend geboten, von Vorfestlegungen zu Gunsten einzelner Individualinteressen abzusehen.“ (ebd., ganz unten). Offenbar hat man so seine Pläne, die noch nicht den Bürgern bekannt werden sollen.

    Aber aufgrund der beiden erwähnten Erfahrungen mit diesen zwei Parteien in Fragen ökologische Werte – daß sie nämlich einem Investor nicht gerade in den Arm fallen, dafür aber ihrer Klientel gern unter die Arme greifen – aufgrund dieser Erfahrungen also sollte man darauf gefaßt sein, daß man das Areal in ein paar Jahren nicht wiedererkennen wird.
    _______________________________
    (*) Das Gutachten erweist sich (zumindest an dieser Stelle) als eine Irreführung:
    1. In den Grafiken wird „BWL“ und „Grün“ gegenübergestellt. Sind also Gärten – vielleicht weil dort auch farbige Blumen blühen – kein „Grün“?
    2. Bei der „Optimalvariante“ heißt es in der Überschrift „60 % Erhalt BLW“. An der Grafik sind „43 % BLW“
    (bezogen auf die Gesamtfläche) angegeben, was aber – in Relation zu den 80 % in Variante 1 – bedeutet, daß in der „Optimalvariante“ tatsächlich nur 54 % der Kleingärten erhalten werden sollen!

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