Stellungnahme des Berliner Netzwerks für Grünzüge

 

Berliner Netzwerk für Grünzüge

c/o Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. (BLN) /

Potsdamer Str. 68, 10785 Berlin
www.gruenzuge-fuer-berlin.de

Vernetzung des geplanten Westkreuzparks mit dem Güterbahnhof Grunewald, dem Lietzenseepark und entlang der Ringbahn nach Süden:
Wir begrüßen die bezirkliche Planung für den Westkreuzpark auf dem Bahngelände zwischen den Gleisen! Mit dieser Planung setzt sich der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf äußerst positiv von den gegenwärtigen Entwicklungen und Tendenzen in anderen Bezirken ab. Insbesondere für die Bevölkerung südlich der S-Bahn-Trasse wird damit dringend benötigtes öffentliches Grün geschaffen und zugleich die Anbindung an den S-Bahnhof Westkreuz ermöglicht. Außerdem ergeben sich Chancen zur Grünflächenvernetzung.

Grünvernetzung nach Südwesten zum Güterbahnhof Grunewald
Wir plädieren dafür, den Güterbahnhof Grunewald als ehemalige Bahnfläche analog zu den Flächen am Westkreuzpark NICHT zu bebauen sondern als Bahnvorhaltefläche und – in Zwischennutzung bis zu einer Wiedernutzung im (Güter-)Schienenverkehr – als Grünfläche in die Daseinsvorsorge der Stadt aufzunehmen.
Eine Grünvernetzung vom Westkreuz zum Güterbahnhof Grunewald würde die Chance einer Grünanbindung der Innenstadt an den Grunewald bieten!

Grünvernetzung nach Norden zum Lietzenseepark
Diese grüne Verbindung zwischen Westkreuzpark und Lietzenseepark ist unseres Wissens bereits „auf dem Radar“ der Planer.

Grünvernetzung nach Südosten entlang der Ringbahn
Der Westkreuzpark sollte über einen „Grünzubringer“ (d.h. grünen Weg) von Süden her entlang der Ringbahngleise erreichbar sein, um größere Bevölkerungsteile anzubinden sowie auch Fortbewegung im Grünen durch die Stadt zu ermöglichen, möglichst in Kombination mit dem Schienenverkehr. Aktuell scheint dies vom Westkreuz aus noch mindestens bis S-Hohenzollerndamm möglich, wobei südlich des Kudamms, d.h. zwischen S-Halensee und S-Hohenzollerndamm, entlang der Seesener Straße, diese Chance wohl gerade verbaut wird (vollständig?).

Möglichst viele Zu- und Durchgänge auch von Süden und nach Osten
Der Park sollte vor allem auch die Gründurchlässigkeit der Stadt erhöhen. Insbesondere sollte über ihn der S-Bahnhof Westkreuz von möglichst vielen Seiten her zu Fuß erreichbar sein. Idealerweise auch der Regionalbahnsteig Charlottenburg, der unmittelbar östlich an den geplanten Park angrenzt. In diesem Zusammenhang sollte auch geprüft werden, ob die Durchgänge zum westlichen Ende des Regionalbahnsteigs wieder (?) geöffnet werden können.

Naturnaher Park
Das kostbare Grün, das sich am Westkreuz bereits gratis entwickelt hat, sollte nicht durch teure Landschaftsgestaltung vernichtet werden!

Mit Ausnahme naturschutzfachlicher Maßnahmen sollten nur Zugänge geschaffen, im übrigen auf Gestaltung verzichtet werden.
Auf gar keinen Fall sollte diese kostbare Fläche dafür geopfert werden, dort andere Nutzungen wie zum Beispiel für Sport und Spiel unterzubringen (s.Anmerkung 2 ). Sie sollte allein der Gründurchlässigkeit und der Naturerholung – sowie der Naturerfahrung für Kinder (Stichwort „Wildnis“) dienen.

Wir empfehlen den Wilhelm-von-Siemens-Park, der sich an den Volkspark Jungfernheide westlich anschließt, als Modell!

Anmerkung 2 Der geplante Park sollte lediglich für Gründurchlässigkeit und für Naturerholung herhalten. Wenn Flächen für Sport und Spiel benötigt werden (Sportplätze etc), so können diese – da es auf einen Naturgenuss nicht ankommt – auch „isoliert“ untergebracht werden, sie müssen nicht in eine Grünfläche integriert werden. Es wäre schade, wenn die Seltenheit eines zusammenhängenden Stücks Natur durch die Unterbringung möglichst vieler Nutzungen wieder auf Spiel gesetzt wird. Sportplätze können zum Beispiel auch auf den Flachdächern von Parkhäusern, Möbelmärkten, Supermärkten errichtet werden.

Wir setzen uns ein für
– die Vernetzung der Grünflächen und Planung von Grünzügen gerade auch in und durch die dichtbesiedelte Innenstadt
– öffentliches Grün
– eine „gründurchlässige“ Stadt für Fußgänger und Radfahrer
– entsiegeltes, unverbautes Grün
– Erhalt der ehemaligen Bahnflächen als öffentliche Grünflächen. Bahnflächen und Flächen entlang der Bahn sollten stets Vorhalteflächen für die Daseinsvorsorge der Stadt sein. Sie sollten als strategische Infrastrukturflächen betrachtet, vor Bebauung geschützt und in Zwischennutzung bis zu einer Wiedernutzung durch Schienenverkehr als öffentliche Grünflächen für die Grünvernetzung der Stadt und für Bewegung durch die Stadt im Grünen genutzt werden.

Berlin, im Juni 2017 Berliner Netzwerk für Grünzüge

 

 

 

September 6, 2017

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