OeynhausenKolonie:Wohnungen statt Kleingärten?

– KIEZGESPRÄCH –

Wohnungen statt Kleingärten? Jahrelang wurde heftig um die Kleingartenkolonie Oeynhausen gestritten. Am Ende mussten 150 Pächter ihre Parzellen räumen, obwohl sie einen Bürgerentscheid zu deren Erhaltung mit 77 Prozent der Stimmen gewonnen hatten. Derzeit baut die Groth-Gruppe dort fast 1000 Wohnungen. Auf der Hälfte des Privatgrundstücks blieben gemäß einem Kompromiss mit dem Bezirksamt 150 Kleingärten erhalten. Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende.

Jetzt scheinen weitere 122 Kleingärten bedroht, die nebenan auf einem landeseigenen Teil der Kolonie liegen. Das geht aus dem neuen „Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen 2030“ vor, der dem Tagesspiegel vorliegt. In einer Liste zur „baulichen Nutzung grüner Bauflächenpotenziale“ gehört die Kolonie Oeynhausen zu drei Berliner Kleingartenanlagen, die mittelfristig (in bis zu sieben Jahren) für jeweils 200 bis 1000 neue Wohnungen genutzt werden könnten. Längerfristig kommen laut dem Plan auch die Kolonien „Am Hohenzollerndamm“ und „Wiesbaden“ für Bebauungen infrage.

Im Bezirk dürfte es noch viel Ärger darum geben. Denn im Sommer 2016 hatte die BVV die Forderung aus einem Bürgerbegehren übernommen, als Reaktion auf die Teilbebauung der Kolonie Oeynhausen alle Grünflächen und Kleingärten in Charlottenburg-Wilmersdorf „dauerhaft zu sichern und bestehende andere Planungen unverzüglich aufzuheben“.

Den Plan hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gemeinsam mit einem Kreis von rund 30 Personen aus Wohnungswirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Bezirken und Initiativen erarbeitet. Er wird voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres in den Senat eingebracht. Bis 2030 sollen stadtweit 199.000 Wohnungen auf Kleingärten, Hausdächern und durch die Nachverdichtung von Wohnsiedlungen entstehen.

März 8, 2019

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